Linke-Stadträte beantragen Beibehaltung der Zuschüsse für das L.E.D.E.R.E.R. e. V.

„Wir brauchen auch Orte der Kultur, der Bildung und des bürgerschaftlichen Engagements abseits der großen Kultureinrichtungen“

Die örtliche Kulturpflege ist eine ureigene Aufgabe der Kommune, was auch in der Bayerischen Verfassung verankert ist. Dabei leisten die freien kulturellen Träger in der Stadt einen wichtigen Beitrag. Die freiwilligen Leistungen für diese Einrichtungen, die im Gesamtetat der Stadt ohnehin nur einen sehr kleinen Teil ausmachen, bringen deshalb für die Stadtgesellschaft nicht nur einen ideellen Gewinn, sondern auch einen wirtschaftlichen, weil die freien Kulturträger der Stadt Aufgaben abnehmen.

Als unverständlich und nicht hinnehmbar bezeichnen die Stadträte der Linken, Irmgard Freihoffer und Richard Spieß, dass das Kulturreferat dem L.E.D.E.R.E.R. e. V. die bisherigen ohnehin schon gekürzten Zuschüsse ganz streichen will. Sie haben zwei Anträge eingereicht und setzen sich sowohl für die Beibehaltung als auch für eine Erhöhung der städtischen Zuschüsse ein.

Die Argumentation des Kulturreferenten Unger, es handle sich beim L.E.D.E.R.E.R. um „kein kulturelles Projekt“ ist nach Ansicht der Linke-Stadträte absurd und widersinnig. „Was das Wort ‚Kultur’ anbelangt, hat das Kulturreferat natürlich nicht das Definitionsmonopol. Das L.E.D.E.R.E.R. bietet Raum und Plattform für Projekte und Initiativen aus den verschiedensten kulturellen Bereichen in Regensburg und stellt eine Bereicherung abseits der großen kulturellen Einrichtungen dar. Ausstellungen regionaler Künstler/innen, die Kleinkunstbühne des Regensburger Frauengesundheitszentrums mit Musiker/innen, Pantomimen etc., die sonntägliche ‚Küche für alle’ der Transition Town-Bewegung z. B. – was sollen sie anderes sein, wenn nicht kulturelle Veranstaltungen?“ so Freihoffer.

Darüber hinaus fände auch politische Bildung im L.E.D.E.R.E.R. statt wie z.B. von der globalisierungskritischen Organisation Attac. Auch dies sei ein wichtiger Beitrag zur Kultur, wenn sich engagierte Menschen außerhalb der Parteien Gedanken über die Gestaltung der Gesellschaft machten.

„Es war schon falsch, dass man früher die Zuschüsse für das L.E.D.E.R.E.R. gekürzt hat, wo doch jeder weiß, dass man mit der Kürzung oder gar Streichung von freiwilligen Leistungen nie einen Haushalt sanieren kann, der Schaden durch den Wegfall von kulturellen Angeboten aber enorm ist.“